Test in Ausgabe: 31 (05/00) 
System: Dreamcast 
Hersteller: Psikyo / Capcom
Version: Japan 
   

Urzeiten ist es her, dass Gunbird 1 veröffentlicht wurde. Beim Nachfolger arbeiten Capcom und Psikyo nun Hand in Hand: Während Psikyo sich um die Programmierung kümmert, spendiert Capcom einen Bonus-Charakter und sorgt für die Vermarktung.
Gunbird 2 ist ein reinrassiger Vertikalshooter, bei dem man mit einem von sieben Charakteren durch mehrere Stages fliegt. Das Waffenarsenal ist bei jeder Spielfigur anders. Ebenso ist der Ablauf der Stages unterschiedlich. Am Ende gibt es den üblichen Kampf gegen einen Endboss, der sich mehrmals verwandelt.
Als Basis-Waffe dient ein Laser, der sich durch das Aufsammeln von Power-Ups stärken lässt. Wer fleissig Münzen einsammelt, die zerstörte Gegner hinterlassen, erhöht mit leichtigkeit sein Punktekonto. 
Eine Smart Bomb ist ebenso im Waffenschrank vorhanden wie ein Charge Shot. Um einen Charge Shot auszulösen, muss eine entsprechende Energieleiste ausreichend gefüllt sein. Dies geschieht am ehesten durch das Abballern von Gegnern. 
Unterteilt in drei Stufen kann so ein ebenfalls in drei Stärken eingeteilter Charge Shot ausgelöst werden. Per A Button lassen sich auf diese Weise besonders Zwischen- und Endgegner massiv schädigen.
Schliesslich gibt es noch eine Vincity Attack, die sich mit X aktivieren lässt: Hier kann jeder Fighter einen in der Reichweite begrenzten Schuss nach vorne abgeben. 
 
 
JENS SAYS:
 
Sie sind wieder da, und sie machen sich wieder über uns lustig: Capcom. Doch diesmal haben sie Verstärkung mitgebracht. Psikyo, die Spielspass-Götter, lassen es so richtig krachen. Aber so schlimm wie Giga Wing ist es dann doch nicht....
Die Grafik von Gunbird 2 ist insgesamt betrachtet etwas besser als bei Giga Würg: Zwar sind Parallax-Ebenen und aufwendige Special Effects für Psikyo ein Fremdwort, doch besitzen die Stages interessantere  Bauten im Hintergrund und eine gute Farbwahl. Das Gegner-Design gibt sich unterhaltsam und der Weg bis zum Endboss gestaltet sich auf alle Fälle weniger einschläfernd als bei Giga Würg. Dennoch kommt Gunbird 2 grafisch nicht über Saturn-Niveau hinaus. Hallo Psikyo! Das ist ein  DREAMCAST!!! Eine: D-r-e-a-m-c-a-s-t. Es ist nicht nötig uns mit Retro-Grafik aus der Gruft einzulullen. 
 
Spielerisch hat Gunbird 2 allemal mehr zu bieten als Giga Würg. Aufgrund der verschiedenen Waffensysteme und des Handlings der Charaktere kann Gunbird 2 für reichlich Abwechslung sorgen. Dazu trägt auch der stets anders angeordnete Stageablauf bei. Die Gegnerformationen reichen von 'nichtssagend' über 'dumm' bis 'geht so'. 
Die Dichte der feindlichen Projektile ist auf dem normalen Schwierigkeitsgrad unverschämt hoch. Aber nicht nur das: Auch die zu schnelle Fluggeschwindigkeit der Geschosse lassen Continues wie am Fliessband Richtung 0 sinken. Abhilfe schafft jedoch das Herunterschrauben des Schwierigkeitsgrades und siehe da: Sowohl Projektilanzahl als auch -geschwindigkeit sind auf ein erträgliches Mass reduziert und lassen Ausweichmanöver fast immer zu. 
Gunbird 2 ist, ich traue es mich kaum zu sagen, der bislang beste Dreamcast Shooter. Trotzdem wird er der Hardware-Leistung in keinem Fall gerecht und schippert irgendwo in der Mittelklasse herum. Fans des ersten Teils werden mit Gunbird 2 vielleicht noch ihre Freude haben, alle anderen können die GD-Rom vergessen.